Steigende Zinsen

von Robert Heimhuber
03.07.2018

Am Immobilienmarkt herrscht Nervosität

Obwohl die Immobilienpreise in den USA kräftig steigen, übt der Zinsanstieg seit Jahresbeginn weiteren Aufwärtsdruck aus. Die Sorge vor weiter kletternden Zinsen lockt Anleger in den Immobilienmarkt – auch hierzulande?

Die Krise um die Regierungsbildung in Italien hat Immobilienanlegern eine Pause verschafft. Die Zinsen in den USA und Deutschland haben sich nach einem zuvor kräftigen Anstieg wieder beruhigt. Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen sind besonders stark gefallen und haben sich vom Ausbruch bis zum Höhepunkt der Italienkrise fast halbiert. Im Zuge der doch geglückten Regierungsbildung konnten sie sich aber auch wieder erholen. Werden Anleger am Immobilienmarkt nun stärker zuschlagen, noch bevor die Zinsen weiter steigen könnten?

Denn nicht nur am Rentenmarkt sind die Renditen angesprungen. Vor der Italienkrise sind die US-Hypothekenzinsen mit einer Laufzeit von 30 Jahren schon auf etwas über 4,6 Prozent gestiegen: das höchste Niveau seit Mai 2011. Die Nachfrage nach US-Immobilien ist dennoch robust, was auch die Verkäufe neuer Häuser im April signalisieren, die um satte 11,6 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen. Gleichzeitig ist der Durchschnittspreis um 11,3 Prozent auf das Rekordhoch von 407.300 Dollar geklettert. Damit konnten die Häuserpreise, trotz Zinsanstieg seit Jahresanfang, weiterhin deutlich stärker zulegen als die Wochenlöhne, die zuletzt um rund drei Prozent gestiegen sind. „Viele potenzielle Käufer versuchen, sich die im langfristigen Vergleich immer noch sehr niedrigen Zinsen zu sichern“, resümiert Carlo Alberto De Casa, Chef-Analyst beim britischen Broker ActivTrades.

Die steigenden Hypothekenzinsen sorgen also für kräftige Vorzieheffekte, weil die Immobilien bei immer höheren Preisen und steigenden Zinsen für viele potenzielle Hauskäufer zusehends unerschwinglicher werden. „Laut US-Immobilienfinanzierer Freddie Mac ist die monatliche Rate für einen Kredit von 300.000 Dollar und 30-jähriger Laufzeit zuletzt auf 1540 Dollar gestiegen, gegenüber 1424 Dollar am Jahresanfang“, so De Casa.

Kräftiger Preisauftrieb in Deutschland

Ebenso wie in den USA kennen die Immobilienpreise in Deutschland in den vergangenen Jahren nur eine Richtung: deutlich nach oben. Verantwortlich dafür sind vor allem die niedrigen Hypothekenzinsen. Sie liegen für Darlehen mit 15-jähriger Laufzeit bei 1,65 Prozent und somit nicht weit von den Rekordtiefs entfernt. Bei 30-jähriger Laufzeit sind es lediglich 2,15 Prozent.

Zwar sind die Preise laut Europace, einer deutschen Transaktionsplattform für Immobilienfinanzierungen, Bausparprodukte und Ratenkredite, im April nur leicht gegenüber dem Vormonat gestiegen, aber im Vergleich zum Vorjahr stand ein Plus von 6,4 Prozent zu Buche. Am stärksten war der Anstieg bei bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,1 Prozent. Bei neuen Häusern gab es einen fast ebenso hohen Zuwachs von 6,2 Prozent, während das Plus bei Eigentumswohnungen bei fünf Prozent lag. „Es häufen sich die Signale, dass die Schere zwischen Angebot und Nachfrage vielerorts noch weiter aufgeht. Das führt naturgemäß zu weiter steigenden Preisen“, sagt Stefan Kennerknecht, Vorstand der Europace. Der achtjährige Immobilienboom hierzulande und in den USA scheint daher noch nicht am Ende zu sein, im Gegenteil: Er bleibt nun wegen der Sorge um weiter steigende Zinsen ein heißes Pflaster.
 
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