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Immobilienpreise München 2026: Was aktuelle Verkaufsdaten Eigentümern sagen

Der Münchner Gutachterausschuss meldet für das erste Halbjahr 2026 mehr Kaufverträge und mehr Geldumsatz. Was diese Zahlen über Verkaufspreise aussagen – und was nicht.

Blick auf den Münchner Marienplatz
Münchner Stadtansicht mit Marienplatz und Neuem Rathaus.

Die kurze Antwort: Der Markt bewegt sich, aber nicht einheitlich

Wer 2026 eine Immobilie in München verkaufen möchte, findet im Halbjahresreport des Münchner Gutachterausschusses eine wichtige Orientierung. Im ersten Halbjahr wurden gegenüber Januar bis Juni 2025 drei Prozent mehr Kaufverträge geschlossen. Der Geldumsatz stieg um sieben Prozent auf rund 5,4 Milliarden Euro. Das bedeutet nicht, dass jede Münchner Immobilie sieben Prozent teurer geworden ist. Der Umsatz umfasst unterschiedliche Objektarten und hängt sowohl von der Zahl als auch vom Wert der verkauften Objekte ab. Für einen konkreten Verkauf sind deshalb die Angaben zum passenden Teilmarkt entscheidend.

Die folgenden Zahlen beziehen sich auf das Stadtgebiet München und das erste Halbjahr 2026. Stand dieser Einordnung: 23. Oktober 2026. Der städtische Report beschreibt laufende Entwicklungen und weist bei Wohnungspreisen ausdrücklich auf vorläufige Tendenzen hin.

Kaufverträge, Umsatz und Preis: drei verschiedene Größen

Die Zahl der Kaufverträge zeigt, wie viele Transaktionen erfasst wurden. Der Geldumsatz summiert die Kaufpreise dieser Transaktionen. Die Preisentwicklung vergleicht dagegen Preise innerhalb einer bestimmten Objektgruppe. Schon einige Verkäufe hochpreisiger Immobilien können den Gesamtumsatz verändern, ohne dass der Preis einer typischen Bestandswohnung im gleichen Maß steigt.

Ein einfaches Rechenbeispiel, keine Münchner Marktziffer: Werden zunächst zehn Wohnungen zu je 500.000 Euro verkauft, beträgt der Umsatz fünf Millionen Euro. Werden später elf gleich teure Wohnungen verkauft, steigt er auf 5,5 Millionen Euro – um zehn Prozent, obwohl der Preis pro Wohnung unverändert bleibt. Auch ein veränderter Mix aus Neubau, Bestand, Häusern und Grundstücken beeinflusst die Gesamtsumme. Ein pauschaler Schluss vom Umsatz auf den Wert Ihrer Wohnung wäre daher irreführend.

Was der Report für Eigentumswohnungen zeigt

Im Segment Wohnungs- und Teileigentum – dazu zählen neben Eigentumswohnungen beispielsweise auch Läden, Büros oder Garagen – meldet der Gutachterausschuss rund 4.950 Verkäufe im ersten Halbjahr 2026. Darunter waren etwa 650 Neubauobjekte. Die Anzahl lag drei Prozent und der Geldumsatz vier Prozent über dem jeweiligen Vorjahreszeitraum. Auch diese Segmentzahlen sind kein Quadratmeterpreis für Wohnungen.

Für wiederverkaufte Eigentumswohnungen nennt der Report eine mittlere Preisänderung von plus einem Prozent; je nach Baujahresgruppe reicht die Spanne von minus einem bis plus fünf Prozent. Bei Neubauwohnungen entwickelte sich die Preisänderung nach Lage unterschiedlich: in durchschnittlichen Wohnlagen minus zwei Prozent, in guten Wohnlagen plus vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für Neubauwohnungen nennt der Bericht im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich rund 9.800 Euro je Quadratmeter Wohnfläche in durchschnittlichen und rund 10.550 Euro in guten Wohnlagen. Das sind segmentbezogene Mittelwerte, keine Preisauskunft für eine beliebige Wohnung oder einen einzelnen Stadtteil.

Häuser und Grundstücke brauchen eine eigene Betrachtung

Bei Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäusern sowie kleinen Eigentumswohnanlagen stiegen die Verkaufszahlen im ersten Halbjahr 2026 laut Report um zwei Prozent, der Geldumsatz um ein Prozent. Zugleich verzeichnete der Ausschuss bei Doppelhaushälften und Reihenhäusern in fast allen betrachteten Teilmärkten Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr. Neubau-Doppelhaushälften waren die genannte Ausnahme mit leichtem Preisanstieg.

Auch Grundstücke lassen sich nicht mit Wohnungsverkäufen gleichsetzen. Der Report hebt bei Baugrundstücken für mehrgeschossigen Wohnungsbau mehrere umsatzstarke Verkäufe hervor; auf diesem kleinen Teilmarkt können einzelne Vorgänge die Statistik stark bewegen. Wer ein Haus oder Grundstück verkaufen möchte, sollte daher weder einen stadtweiten Wohnungswert noch die Gesamtumsatzquote als Richtwert übernehmen.

Warum aus einem Durchschnitt noch kein Angebotspreis wird

Für die Preisfindung einer einzelnen Immobilie sind unter anderem Lage im Viertel, Baujahr, Zustand, Grundriss, Wohnfläche, Modernisierungen, Außenflächen und gegebenenfalls Vermietung sowie die Unterlagen zur Eigentümergemeinschaft zu prüfen. Zwei Wohnungen mit gleicher Fläche können deshalb zu unterschiedlichen Preisen verkauft werden. Der Halbjahresreport liefert den Marktrahmen; er ersetzt weder die Prüfung des Objekts noch den Vergleich mit tatsächlich passenden Verkäufen.

Hinzu kommt die Datenlage: Die Preisgrafiken für neue und wiederverkaufte Wohnungen bezeichnet der Gutachterausschuss ausdrücklich als vorläufige Preistendenz, weil noch nicht alle vorliegenden Kaufverträge ausgewertet waren. Spätere Veröffentlichungen können die Einschätzung präzisieren. Die laufenden Marktanalysen der Stadt sind deshalb der richtige Ort, um den Datenstand vor einer Verkaufsentscheidung erneut zu prüfen.

So nutzen Sie die Daten für Ihren nächsten Schritt

Beginnen Sie mit der passenden Objektgruppe: Bestandswohnung, Neubau, Haus oder Grundstück. Notieren Sie Baujahr, Wohnfläche, genaue Lage und besondere Merkmale Ihres Objekts. Trennen Sie anschließend veröffentlichte Angebotspreise von beurkundeten Verkäufen. Fragen Sie bei jeder genannten Zahl nach Zeitraum, räumlichem Bezug, Objektgruppe und danach, ob sie vorläufig ist.

Wenn Sie verkaufen möchten, finden Sie auf unserer Seite Immobilie verkaufen in München den Ablauf der Vermarktung. Für eine Einschätzung Ihrer konkreten Immobilie können Sie die Marktanalyse anfragen. Wenn Sie zunächst die Zahlen oder Ihre Möglichkeiten besprechen möchten, nutzen Sie die Maklersprechstunde. Eine individuelle Einschätzung verbindet amtliche Marktdaten mit den Eigenschaften Ihrer Immobilie; ein bestimmter Verkaufspreis lässt sich aus dem Halbjahresreport allein nicht ableiten.

Robert und Bettina Heimhuber, Ihr Maklerteam in München
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