Mieter darf entscheiden Wenn Vermieter Wohnung fotografieren will

von Robert Heimhuber
25.09.2020

Ob in Maklerexposés, Kauf- oder Miet-Anzeigen: Fotos sollen potenziellen Interessenten ein anschauliches Bild der Wohnung oder des Hauses liefern. Doch müssen Mieter einen Fototermin hinnehmen?

Keiner darf Fotos von der Wohnung eines Mieters gegen dessen Willen machen. Denn der Mieter allein entscheidet, was und von wem in seinem Haus oder seiner Wohnung fotografiert werden darf. Darauf macht der Deutsche Mieterbund (DMB) aufmerksam.

Zwar drängen Vermieter, Verwalter oder Makler oft darauf, Fotos in der Wohnung oder im Haus zu machen, damit sie die Bilder potenziellen Kaufinteressenten oder Nachmietern präsentieren können. Doch während der Mietzeit ist der Mieter der alleinige Besitzer der Wohnung. Damit hat er das alleinige Entscheidungsrecht und übt das Hausrecht aus. Dieses gilt auch für gewerbliche Objekte – somit darf auch das Fotografieren zum Beispiel auf einem Firmengelände verboten werden. Entsprechend urteilten laut DMB mehrere Gerichte. Zum Beispiel das Landgericht Frankenthal (AZ.: 2 S 218/09), das Amtgericht Berlin-Schöneberg (Az.: 15/11 C 592/03) und das Amtsgericht Frankfurt (Az.: 33 C 2515/97-67).

Erheblicher Eingriff in ihre Privatsphäre

Mieter haben das Recht auf ihrer Seite, erklärt der DMB und verweist auf einen Beschluss des Bundesverfassungsgericht (BvR 2285/03). Zudem ist ihre Privatsphäre im Grundgesetz geschützt. Deshalb sollten Mieter sich auch nicht von Drohungen des Vermieters oder Maklers einschüchtern lassen – etwa auf Schadenersatz oder Kündigung.

Der Vermieter habe zwar das Recht, Fotos zu machen, um etwaige Schäden zu dokumentieren. Nicht zulässig ist es aber, Bilder der noch bewohnten Wohnung zu machen, um sie möglichen Mietinteressenten zur Verfügung zu stellen. Denn die Mieter können nicht kontrollieren, wie vielen Interessenten diese gezeigt werden. Zumal beim Fotografieren nie ausgeschlossen werden kann, dass der Vermieter – gewollt oder ungewollt – dabei auch Teile der Lebensart der Mieter aufnehme, etwa die Einrichtung der Wohnung oder sonstige der Intimsphäre zuzurechnenden Einzelheiten. Das müssen sich Mieter laut DMB aber nicht gefallen lassen, da das ein erheblicher Eingriff in ihre Privatsphäre wäre

Quelle: https://www.n-tv.de

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