Mietendeckel schadet Mietern – und treibt Eigentümer in den Ruin

von Bettina Heimhuber
22.08.2019

Eigentlich soll ein Mietendeckel dafür sorgen, dass Mieter nicht immer mehr für ihre Wohnung zahlen müssen – so ist es etwa in Berlin geplant.

Vermieter könnten dann die Knappheit am Wohnungsmarkt nicht schamlos ausnutzen. Eine solche Obergrenze kann allerdings genau das Gegenteil zur Folge haben.

Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. „Je strenger der Mietmarkt reguliert wird, desto mehr steigt der Anteil der Haushalte, die im eigenen Heim leben“, so das Argument der Studienautoren.

Strenge Regulierung des Mietmarkts bringt Wohnungsmarkt aus dem Gleichgewicht

Zwar begrüßen sie diese Entwicklung einerseits. Schließlich tragen Immobilien zum Vermögensaufbau bei und können eine wichtige Rolle bei der Altersvorsorge spielen. Andererseits „muss auf jedem Wohnungsmarkt ein gewisser Anteil der Wohneinheiten zur Vermietung zur Verfügung stehen, denn nicht jeder kann und will in der eigenen Immobilie leben, gerade in Großstädten oder in bestimmten Phasen des Lebens.“

Weil eine strenge Regulierung des Mietmarkts das Angebot an Mietwohnungen verknappe, könne sie den Wohnungsmarkt insgesamt, bestehend aus Miet- und Eigentumswohnungen, aus dem Gleichgewicht bringen.

„Mietmarkt unterliegt Preisrestriktionen, während Eigentumsmarkt frei bleibt“

Zuletzt war ein Entwurf der Berliner Landesregierung durchgesickert, der eine Obergrenze von maximal acht Euro pro Quadratmeter für nahezu alle Mietverhältnisse vorsieht – ungeachtet dessen, in welcher Lage sich die Wohnung befindet und wie viel der Eigentümer für sie bezahlt hat.

„Betrachtet man die Angebotsseite, unterliegt nur der Mietmarkt Preisrestriktionen, während der Eigentumsmarkt frei bleibt“, so die Studienautoren. Heißt: Bei einer stärkeren Regulierung des Mietmarkts klaffen Mieten und Kaufpreise noch weiter auseinander. In Berlin etwa würden die Mieten deutlich sinken, während die Kaufpreise, wenn überhaupt, erst in einer Nachholbewegung fallen würden.

Regulierung durch Mietendeckel kann Eigentümer in den Ruin treiben

Beispiel:

Wer jetzt etwa eine 100 Quadratmeter große Wohnung in Berlin vermietet, erhält laut Berliner Mietspiegel, je nach Lage und Ausstattung, bis zu zwölf Euro pro Quadratmeter. Bei Kaufpreisen jenseits der 5000 Euro pro Quadratmeter ist der Eigentümer in der Regel, sofern er keine Rücklagen hat und die Immobilie finanziert ist, auf die Mieteinnahmen angewiesen.

Nach dem Entwurf der Berliner Landesregierung dürfte er aber künftig nur noch acht Euro Miete verlangen, also ein Drittel weniger. Für den Eigentümer würde das im schlimmsten Fall den finanziellen Ruin bedeuten. Alternativ müsste er die Wohnung schnellstmöglich verkaufen, weil sie sich nicht mehr rechnen würde.

Weniger Mietwohnungen: Menschen müssten gezwungenermaßen kaufen

Genau hier setzt auch das Argument der DIW-Forscher an. Demnach „kann es sein, dass die VermieterInnen der regulierten Wohnungen diese nicht mehr profitabel vermieten können und sie zum Verkauf anbieten, was das Angebot an Mietwohnungen reduziert.“

In diesem Fall müssten „sich viele Menschen trotz hoher Kosten Wohneigentum zulegen, sie haben praktisch keine Wahl“, sagt Studienautor Konstantin Kholodilin. Jenes Phänomen lasse sich bereits in anderen Ländern beobachten, in denen der Mietmarkt bereits staatlich reguliert wurde, etwa in Schweden oder Norwegen. „In den skandinavischen Ländern wurden Mietpreise in der Vergangenheit intensiv reguliert und sind es vergleichsweise immer noch“, so die Wissenschaftler.

„Zugespitzt könnte man sagen, dass die Maßnahmen, die Mieterinnen und Mieter schützen sollen, auch dazu führen, dass diese immer weniger werden – sie werden gewissermaßen aus dem [Miet-]Markt gedrängt“, so Kholodilin.

Quelle: focus.de

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